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| DIE KREUZKAPELLE | ![]() |
DER TEMPLERHOF | |
![]() Die Kreuzkapelle Das 1480 vom Inquisitor Heinrich Institoris geweihte Kirchengebäude umgibt trotz - oder gerade wegen - seiner Schlichtheit eine Aura des Übernatürlichen und Geheimnisvollen. Über einen einfachen Waldweg kommend, wird dem Besucher als erstes das namensgebende, schlichte Holzkreuz gewahr, welches sich über die wild wuchernde Vegetation erhebt und seine Arme mahnend in den Himmel über den Weinbergen reckt. Schon in alten Zeiten verhieß sein Anblick den Büßern, die den beschwerlichen Aufstieg über den historischen Kreuzweg absolviert hatten, die Vergebung ihrer Sünden, gemahnte aber auch auf bedrückende Weise an ihre eigene Sterblichkeit. Das schummrige Innere birgt das berühmte Relief von „Christus in der Kelter“, eine bildhafte Darstellung der Allegorie vom Blute Christi, das als Wein der Erlösung die Hoffnung der Menschheit auf Vergebung von ihren Sünden nährt. ![]() Christus in der Kelter Vielleicht ist es die mystische Ausstrahlung des Keltertreters von Ediger, welche einigen unerklärlichen Begebenheiten Nahrung gab. Der Hauch des Übernatürlichen scheint jedenfalls von Zeit zu Zeit über den alten Winzerort zu wehen… So verharrte einst ein Musikprofessor in frommem Gebet, als wie aus dem Nichts der Gesang aus dem Augustiner-Antiphonale vom Kloster Stuben an sein Ohr drang. Seit Jahrhunderten jedoch liegen die Ruinen des einstigen Augustinerinnenstifts auf der gegenüber liegenden Moselseite. Über 200 Jahre sind vergangen, seit die letzte Nonne vom Kloster Stuben ihre Stimme zur Liturgie erhob… Auch aus den dunklen Zeiten des letzten Krieges gibt es Seltsames zu berichten: Eines Morgens, am Ostersonntag, erflehten zwei Frauen göttlichen Beistand für ihre Söhne, die an der Front ihren Dienst verrichteten. Aus dem Augenwinkel nahmen sie eine Gestalt wahr, die in priesterliche Gewänder gehüllt war. Erst bei näherem Hinsehen erkannten sie den ihnen wohl bekannten Pastor von Eller. Dieser jedoch war unlängst verstorben und sollte eigentlich bereits friedlich in seinem kühlen Grabe ruhen… Einbildung? Sinnestäuschungen? Man weiß es nicht. Vielleicht sollten Sie selbst einmal den Aufstieg über den Kreuzweg wagen. Und wer weiß – vielleicht hält die alte Kapelle auch für Sie ein Erlebnis bereit, das mit gewöhnlichen Maßstäben nicht zu erklären ist…? |
Eine bei seiner Restaurierung entdeckte Inschrift deutet darauf hin, dass der Gutshof einst im Besitz des berühmten Ordens der Tempelritter war. Die Templer waren ein um 1100 in Frankreich gegründeter christlicher Orden, der die damals unvereinbarten Stände des Rittertums und des Mönchswesens zusammenführte. Der Hauptsitz des Ordens befand sich auf dem Tempelberg in Jerusalem, wo König Balduin den Rittern einen Flügel seines Palastes als Quartier zur Verfügung gestellt hat. Dieser wurde seinerzeit auf den Ruinen des sagenumwobenen Tempels von Salomon erbaut. Ursprünglich bestand die Aufgabe des Ordens darin, den Schutz der christlichen Pilger auf dem Landweg nach Jerusalem zu gewährleisten. Der Erfolg dieser Mission führte zu umfangreichen Schenkungen an Ländereien, so dass sich die Tempelritter allmählich über ganz Europa ausbreiten konnten.
Gemeinsam mit dem von ihm abhängigen Papst Clemens V initiierte er eine fingierte Anklage wegen angeblicher Ketzerei, Teufelsanbetung und homosexueller Praktiken des Ordens und ließ die Köpfe der Templer in einer großangelegten Aktion am Freitag den 13. Oktober 1307 verhaften. Seitdem gilt Freitag der 13. im Aberglauben der Menschen als Unglückstag. In einem Schauprozeß wurden die Führer des Ordens zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt und ihr Vermögen zu Gunsten der Staatskasse eingezogen. Legenden besagen, dass der letzte Großmeister der Templer, Jaques deMolay, noch auf dem Scheiterhaufen einen Fluch über den König und den Papst aussprach. Tatsächlich fanden beide noch innerhalb des folgenden Jahres auf mysteriöse Weise den Tod. Die bekannteste der Geschichten um die Tempelritter jedoch ist ihre Verknüpfung mit der christlichen Gralslegende. Nicht erst seit Dan Browns Erfolgsroman „Sakrileg“ werden die mystischen Kriegermönche als die „wahren Hüter des heiligen Grals“ bezeichnet, dessen Geheimnis sie angeblich aus den Ruinen der Katharerfestung Montsegur bargen und fortan bewahrten. Seitdem wird allerortens um den Verbleib und das Geheimnis des Grals spekuliert. Forscher und Gelehrte durchsuchen die alten Wirkungsstätten der Templer nach Hinweisen auf die Legende. Niemand konnte den Gral bisher finden. Möglicherweise liegt das Geheimnis des heiligen Kelches ja sogar in Ediger verborgen??? Sie brauchen sich nur auf die Suche begeben… |
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