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| Neuer Kulturweg der Religionen wurde seiner Bestimmung übergeben | |||
Bereits vor dem eigentlichen Festakt hatte der Musikzuges Rotweiss Ediger-Eller mit gekonnt vorgetragenen Musikstücken auf das besondere Ereignis eingestimmt. Ortsbürgermeister Norbert Krötz konnte eine große Anzahl an Gästen, interessierter Bürgerinnen und Bürger, Urlaubs- und Feriengäste an der Tourist-Information der Mosel-Calmont-Region zur Eröffnung des neuen und außergewöhnlichen Kulturweges willkommen heißen. |
Bürgermeister Helmut Probst hob hervor, dass mit dem Kulturweg der Religionen allein in der Verbandsgemeinde Cochem-Land inzwischen 10 Kulturwegeprojekte mit unterschiedlichen Themen und Schwerpunkten verwirklicht werden konnten. „Miteinander verbunden steht damit in der Region Cochem-Land ein fast durchgängiger Premium-Wanderweg zur Verfügung, der unsere Gäste zum aktiven Erleben und zum Verweilen in der WeinKulturLandschaft Mosel einlädt. Bürgermeister Probst erinnerte noch einmal an die Daten und Fakten zum Ablauf und zur Umsetzung der Projektmaßnahme. „Der Kulturweg der Religionen konnte nur Dank des Bewilligungsbescheides der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier vom 18.07.2006 verwirklicht werden. Zu den mit 45.150,-- € projektierten Gesamtkosten der Maßnahme wurde eine 60%-tige Zuwendung aus Landeshaushaltsmitteln und aus Mitteln der Europäischen Gemeinschaftsinitiative LEADER+ bewilligt. Nach Eingang des Bewilligungsbescheides wurde mit der Projektumsetzung umgehend begonnen. Das Thema „Religionen“ erforderte umfangreiche und zeitintensive Recherchen. Es wurde eine Arbeits- und Redaktionsgruppe gebildet, die zusammen mit dem verantwortlichen Planungsbüro Reitz und Partner, den Entscheidungsgremien und tangierten öffentlichen Stellen und natürlich und vor allem mit den ausführenden Firmen zielstrebig auf den heutigen Tag der Eröffnung des Kulturweges hingearbeitet haben. Neben der Entwicklung eines Projektlogos wurden 3 Projekttafeln an den Einstiegsstellen des Kulturweges und auf diesem verteilt 9 Thementafeln, 10 Objekttafeln und 20 wegweisende Tafeln geschaffen, die den Kulturweg thematisierend in Wert setzen. Zudem wurde das aus dem 16. Jahrhundert stammende und überregional bekannte und bedeutsame Relief „Christus in der Kelter“ restauriert und konserviert, Sitz- und Ruhemöglichkeiten geschaffen und zur Vermarktung des Kulturweges ein Infoheft gedruckt, das über den Weg informiert, vor allem aber neugierig machen soll, diesen selbst in der WeinKulturLandschaft zu erleben. Ich freue mich über die mit der Projektverwirklichung verbundene Bereicherung der Mosel.Erlebnis.Route mit religiösen, meditativen Aspekten und die hieran geknüpfte kulturelle Bereicherung und weitere Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Ich bin mir sicher, dass die touristische Wertschöpfung aus dem Kulturweg zur Stärkung der heimischen Wirtschaft und zur Erhaltung und Schaffung neuer Arbeitsplätze in unserer Region beitragen wird. Ich darf der Ortsgemeinde Ediger-Eller recht herzlich zu dem gelungenen Werk gratulieren und mich bei allen an der Projektumsetzung beteiligten Firmen, dem Planungsbüro Reitz und Partner, vor allem aber den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeits- und Redaktionsgruppe sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung bedanken“. Pastor Peter Lönarz sprach ein Gebet des Segens zur Einweihung des neuen Kulturweges. Im Anschluss begaben sich die zahlreichen Gäste auf die gemeinsame Wanderung auf dem etwa 6 Kilometer langen Rundweg. Alle Feriengäste, aber auch die einheimische Bevölkerung ist eingeladen, den Weg selbst zu erkunden und kennen zu lernen. Sie werden begeistert sein. Nähere Informationen erhalten Sie bei der Tourist-Information Mosel-Calmont-Region. Hier können Sie auch das neu gedruckte Informationsheft zum Kulturweg der Religionen erhalten. Alle Tourismusbetriebe sind aufgerufen für den neuen Kulturweg zu werben, ihre Gäste zu informieren und neugierig zu machen. Dieses Projekt wird im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative LEADER+ unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, durchgeführt.
![]() ![]() Dieses Projekt wird durchdie europäische Union kofinanziert. Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft, Abteilung Ausrichtung |
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| Mein Gott! - Von Martin Lohmann | |||
| Bei der offiziellen Eröffungswanderung am 6. Juli 2007 trug der bekannte Publizist und Buchautor Martin Lohmann seinen nachstehend abgedruckten Meditationstext in der historischen Kreuzkapelle auf dem Edigerer Berg vor. Mein Gott! Mein Gott, was soll das denn? Warum dieses schreckliche Bild? Und dafür habe ich mich auf den Weg gemacht – hierhin, in diese alte Kreuzkapelle? Ein Weg, der nach oben führt und beschwerlich ist. Trost habe ich gesucht und Befreiung. Vielleicht. Meine Seele sucht Frieden und Geborgenheit, immer wieder. Und nun? Nun sehen meine Augen Schmerz, Druck, Belastung. Stress würden wir heute vielleicht sagen. Stress und Unterdrückung pur. Es fließt Blut, viel Blut sogar. Gleich aus mehreren Wunden. Und der, aus dessen Wunden das lebenswichtige Blut strömt, ist gebeugt, kurz vor dem Zusammenbruch unter dem Kreuz, das der Kraft der Kelterwinde offenbar nicht widerstehen kann. Mein Gott, was soll das denn? Trost? Befreiung? Freiheit? Die Augen sehen nur Schreckliches. Und sie senden Signale an Herz und Verstand. Sie senden Fragen nach dem Sinn. Ist das, was wir sehen, ein Bild des guten Gottes? Oder nicht doch das einen rächenden, eines zornigen Gottes. Warum lässt Gott so etwas zu? Warum lässt er Elend, Gewalt, Leid, Qual und Tod zu? Und wenn es denn sein Sohn ist, warum lässt er all dies bei ihm zu? Ist dieser Gott vielleicht doch der, vor dem wir Angst haben müssen? Hat Jesaja, der Prophet aus Jerusalem im achten Jahrhundert vor Christus, eventuell Recht, wenn er diesen Gott als Zornigen und Gewalttätigen beschreibt, der die Völker zertritt und zerschmettert in seinem Grimm – und ihr Blut zur Erde rinnen lässt? (vgl. Jes 63,6) Der Anblick der Kelter erschaudert. Gott ist eben nicht ein Nichts, ein liebes Etwas, mit dem man alles machen kann. Er kann zürnen. Er hält Gericht. Er ist der Gerechte. Er nimmt jeden von uns ernst. Mit allem. Es ist ihm nicht egal, ob wir ihn lieben oder nicht, ob wir seine Gebote befolgen oder über sie höhnen, ob wir seine Gebote und damit auch ihn selbst verspotten. Er ist auch nicht der senile alte Weißbärtige, der im himmlischen Schaukelstuhl sitzt und nichts mitbekommt. Nein, man sollte ihn nicht niemals unterschätzen. Nein, man sollte ihn nicht verspotten. Man muss mit ihm rechnen. Immer. Jetzt. Gestern. Heute. Morgen. Aber: Er rechnet auch mit uns. Mit mir. Wer genau hinsieht, wer den Augen seiner Seele den Blick gönnt, wer gleichsam eintritt in das auf den ersten Blick so schreckliche Bild, der sieht mehr als nur Schrecken. Viel mehr. Wer mit den Augen des Herzens schaut, sieht zum Beispiel sich selbst, sieht seine eigenen Sünden, seine Schwächen und seine Fehler. Denn sie sind die Last, die da getragen werden muss. Sie sind letztlich der Druck, der da ausgeübt wird. Sie sind das Kreuz, das nach unten presst. Es sind meine Sünden, die da wirken. Auch damit hat Gott gerechnet. Auch das weiß und wusste er. Schon immer. Gestern. Heute. Morgen. Auch jetzt. Wer sieht, kann Gott selbst erkennen. Denn der angeblich so zornige Schöpfer wird selbst Geschöpf, leidet, weint, hofft und trägt. Und er hält aus. Mich und dich. Warum? Weil er mich und dich liebt. Weil er weiß, wie wir sind. Und weil er weiß, dass wir durch ihn zum Maximum, zum Besten und zur Klarheit, ja zur wirklichen Freiheit berufen sind. Freiheit von allem, was drückt und erdrückt. Freiheit vor allem von der Sünde. Und Freiheit sogar vom Tod. Deshalb, wegen dir und mir, nur deshalb, ist Gott Mensch geworden. Nur wegen mir, wegen jedem von uns ist er gekommen. Nur wegen uns lässt er die Last zu, blutet und leidet. Nur wegen uns trägt er sein Kreuz. Sein Kreuz? Unser Kreuz. Sein Kreuz, von uns gemacht. Unsere Last – die er trägt. Gott als leidender Mensch – den Menschen zuliebe. Nichts Abgehobenes, nichts Weltfremdes, sondern ganz konkret, so wie die Welt ist. Nichts Frömmelndes, keine frommen und leeren Sprüche, sondern Erlösung bietet er an. Gott weiß, wie unser Leben ist. Und genau dieses Leben nimmt er in seine Hand, nimmt er auf sein Kreuz, in sein Blut, in seinen Schmerz. Unfassbar. Unglaublich. Aber wahr. |
Schrecken? Tod? Die Kelter ist kein Marterwerkzeug zur sinnlosen Qual. Sie macht deutlich: Aus Trauben wird Saft, und aus diesem wiederum Wein. Das edelste und reinste Getränk ist nicht denkbar ohne die Kelter. Auch der beste Wein muss durch diese Tortur. Und im Wein ist Leben. Je länger wir hinschauen, desto deutlicher wird, dass hier kein Schreckensbild erscheint, sondern Trost, Labsal, Leben. Denn der Tod ist nicht das Ende. Der Tod ist Verwandlung – vom Blut des göttlichen Schmerzensmannes in den Wein der Ewigkeit. Seit Jahrhunderten ist dieses Bild des göttlichen Keltertreters ein Symbol für die Eucharistie, also jenes Sakrament, in dem immer wieder neu die Unsterblichkeit Gottes und seines Sohnes, der einer von uns war und bleibt, Wohnung in uns nimmt. Christus in der Kelter sagt eben auch: Der Tod ist tot. Das Leid ist tot. Leid und Tod haben nicht das letzte Wort. Weiß Gott nicht! Jetzt schauen wir mehr, als wir sehen. Wer sich einlässt auf dieses vermeintlich so Furcht erregende Bild, wird selbst Teil des Bildes. Teil des Bildes der Erlösung, die allen angeboten wird. Jeder ist zu ihr berufen. Jeder kann es schaffen – weil Er es für uns schafft. Er keltert auch unser Kreuz, mein Kreuz. Er keltert auch meine Sünden. Er wandelt auch mich. Weil er jeden liebt – ohne Wenn und Aber.
Mein Gott, sind wir, bin ich das denn wert? Ja – sagt er schweigend und stark. Ja. Es ist dein Blut, das ich in meinem für dich keltere. Für dich, nur für dich allein habe ich das Kreuz auf mich genommen und den Tod getötet. Damit du, du allein, lebst. Du musst nur Ja sagen, Ja zu dir und Ja zu mir. Dann bist du frei. Ganz frei. Dann bist du erlöst. Gestern. Heute. Morgen. Weil ich dich wandle, hast du die Freiheit, hast du den Frieden. Sag einfach Ja – und du bist frei. Du kannst es. Deine Seele und dein Herz können sehen. Mein Trost und meine Hilfe, meine Geborgenheit, die ich dir schenke, ist deine Freiheit, ist dein Frieden. Ganz sicher. Gott will Heil. Gott will Leben. Leben in Fülle. Für jeden und jede. Gestern. Heute. Morgen. Mein Gott! Martin Lohmann Foto folgt! Martin Lohmann (50) ist Journalist und Publizist. Der studierte Theologe und Historiker lebt mit Familie in Bonn. Als Fernsehmoderator im Bayerischen Fernsehen und als Chefredakteur der „Rhein-Zeitung“ machte er sich deutschlandweit ebenso einen Namen wie als Buchautor. 2007 erschien unter anderem sein viel beachtetes gesellschaftsanalytisches und gesellschaftskritisches Buch „Maximum. Wie der Papst Deutschland verändert“. Diese Meditation hier erschien aus Anlass der Eröffnung des Kulturwegs der Religionen Ediger-Eller im Juli 2007. |
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| Religion und Schöpfung - Von Schwester Theresia | |||
| Die Franziskanerin Schwester Theresia (Elisabeth Becker) beeindruckte und berührte viele tief bei der Eröffnung des Kulturwegs im sogen. Raum der Stille mit diesem Meditations-Text: In den Schriften der hl. Hildegard v. Bingen geht es um den Menschen, der Geschöpf Gottes ist. Gott, der Urquell allen Lebens, hat den Menschen mit seinem Kuss ins Leben gerufen. Jeder Mensch existiert, weil Gott ihn gewollt hat. Die Liebe Gottes ist das Fundament der gesamten Schöpfung. Hildegard hört Gott sprechen: „Ich, die feurige Kraft, habe alle lebenden Funken entzündet. Ich, das feurige Leben, flamme über die Schönheit der Fluren, leuchte in den Wassern, brenne in Sonne, Mond und Sternen. Mit dem Windhauch, dem unsichtbaren Leben, das alles erhält, erwecke ich alles zum Leben.“ Der Mensch hat als Lebensraum die ganze Schöpfung. „Wie der Mensch mit seinen leiblichen Augen überall die Geschöpfe sieht, so sieht er im Glauben überall Gott und erkennt ihn durch die Geschöpfe. Alle Geschöpfe hat er dem Menschen zum Nutzen gegeben, als Lebensraum und Hilfe. Wenn dieser sie durch verkehrtes Handeln zerstört, so lässt das Gericht Gottes sie zur Strafe über ihn kommen. Lebt der Mensch seiner Natur entsprechend, aus Leib und Seele, aus den Elementen der Erde und aus dem Himmel, verwirklicht er sich als Geschöpf Gottes. Dann spürt er in sich Lebensfreude. Denn er soll teilhaben an Gottes Leben und wachsen in eine Liebesbeziehung zu seinem Schöpfer. „Von der Tiefe bis hoch zu den Sternen überflutet die Liebe das All. Allem ist sie liebend zugetan.“ Als Krone der Schöpfung ist allein der Mensch in Verantwortung gestellt. Hildegard weiß, dass wir immer den Geschmack des Paradiesesapfels im Mund haben, und dass uns das Sündigen mehr liegt als die Tugend. Die Heilige richtet ihren Blick in das Lebendige Licht. Die Antwort Gottes lautet: „O Mensch, du bleibst mir verantwortlich für Schöpfung und Geschichte!“ Verantwortung hat nach Hildegard viel mit Maßhalten zu tun: „Wenn der Mensch geistig mehr aufnimmt, als er verarbeiten und ins Werk setzen kann, dann wird er krank, weil er im unrechten Maß ist. Es fehlt ihm das Werk des Herzens, das alles durchkocht.“ Wir würden sagen: der Mensch wird krank an Verkopfung. |
Und hier setzt auch die Heilkraft der Natur an. Gott hat den Menschen in den |
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