Aus der Geschichte

Ediger
Ediger wird wegen seiner weitgehend erhaltenen Stadtmauer mit Türmen aus dem Jh.., seiner zahlreichen historischen Baudenkmäler des 15.Jh.bis 18.Jh. und seiner touristischen Aktivitäten mit dem Rothenburg ob der Tauber verglichen.
Kaum ein Moselort besitzt noch eine derartige geschlossene Substanz von Kloster - und Adelshöfen, Winzerhäusern und kirchlichen Denkmälern.
Die zweischiffige, um  erbaute spätgotische
Kirche mit ungewöhnlich reichem Sterngewölbe, reicher Innenausstattung von dem romanischen Taufstein bis zum barocken Altar und der Stummorgel hat den schönsten gotischen Turm an der Mosel mit dem majestätischsten Geläut neben dem Trierer Dom.
Von der Pfarrkirche aus erreicht man nach  1064 Doppelschritten, der Länge des Kreuzwegs Christi, über einen farbenfrohen Kreuzweg des 18.Jh die über den Weinbergen liegende Kreuz-Kapelle. Innen entdeckt man ein Relief >Christus in der Kelter<, zwar von bescheidener Größe, dennoch berühmt. Es stammt von der Steinkanzel, die ein namentlich unbekannter aber bedeutender Moselaner Mitte des 16.Jh. schuf. Das Relief verdankt seinen Ruhm der sinnbildlich erläuterten Verschmelzung von Leid und Freude, Qual und Erlösung:  die Traube muss gekeltert, zerquetscht werden, ehe aus ihr freudenspendender Wein wird. Das ist im Bild des gekelterten Keltertreters Christus dargestellt, der der Welt das Heil bringt.
Hier wird spezifisch Katholisches der Mosel bildhaft: das Leid der Welt, wer kann es nicht nachvollziehen, wenn er den Winzer bei seiner schweren Arbeit bei Winterkälte und Sommerglut in den steilen Weinbergsterrassen beobachtet; und die dionysische Lust der Feste um den Wein, wenn das Ergebnis schweißtreibender Arbeit des Menschen Herz erfreut.
Mystisches umgibt die 1480 vom Inquisitor Heinrich Institoris geweihte Kapelle: Glaubwürdige Personen sahen hier oben merkwürdige Ereignisse. Ein Musikprofessor hörte den Gesang aus dem Augustiner-Antiphonahle vom Kloster Stuben, zwei Frauen, die für ihre Söhne im Krieg am Ostersonntagmorgen beteten, begegnete der verstorbene Pastor von Eller. Es ist ein Geheimnis um die Ausstrahlung des Keltertreters von Ediger.
Zurück am Moselufer, lohnt sich ein Besuch der Meinraduskapelle, eine Nachbildung der Gnadenkapelle von Maria Einsiedeln, aus dem 17.Jh. ; im Innern findet man schöne barocke Plastiken.
Eller
Der Ortsteil Eller war schon im 5.Jh. in merowingischer Zeit, Sitz eines Klosters, das dem hl. Fridolin geweiht war. Am spätromanischem Turm steht das barocke Schiff mit guter Ausstattung, u.a. einer Stumm-Orgel. In der gegenüberliegenden St.Arnulfs-Kappele hängt das Wandbild  >Verspottung Christi< aus dem 15.Jh. ,entstanden nach einer Zeichnung Martin Schongauers. Die Hofhäuser von Pyrmont und Kurtrier aus dem 16.Jh. heute Stammhaus der Freiherrn von Landenberg - Trimborn, unterstreichen die alte Bedeutung von Eller.
Hinter der Eisenbahnbrücke steigt mit 65% Hangneigung der Calmont in reiner Südlage als >steilster Weinberg der Welt< bis 378 m auf. Eine Wanderung über den Berggrat gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen an der Mosel. Gegenüber auf der ehemaligen Insula Sankt Nicolai, steht die Ruine der Klosterkirche (1685) des Augustinerinnen-Stifts Stuben das 1137 gegründet wurde. Es beherbergte von 1208 - 1788 die berühmte Staurothek, die heute zum Domschatz Limburg gehört, mit dem größten Partikel des heiligen Kreuzes

 

Auszug aus Dumont    Reise - Taschenbücher
ISBN  3-7701-3741-8

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