Dank

durch den stellvertr. Vorsitzenden im Pfarrverwaltungsrat

 St. Martin Ediger

Norbert Krötz

          

 

Ein Zentrum allen geistigen und geistlichen Lebens zu sichern und seine Aussage für künftige Generationen zu erhalten,

-so formulierte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates unser Bauwerk.

Unter diesen Aspekt ging die Pfarrgemeinde Sankt Martin Ediger und  der Verwaltungsrat dieses große Projekt an.

Wohl noch zu keiner Zeit der bald 500 Jahre alten Geschichte des Turmes wurde dieses einzigartige spätgotische Bauwerk so umfangreich restauriert.

 

Das es höchste Zeit war, wurde uns von den Sachverständigen immer öfter und auch deutlich vor Augen geführt. Und es war gerade Raimund Friderichs mit seiner gebildeten Fachkenntnis, der uns nicht nur ein wichtiger Motor und eine effektive Triebfeder der Baumaßnahme gewesen ist, sondern der auch die Umsetzung beispielhaft und unermüdlich, -ja manchmal bis zur Erschöpfung, begleitete.

Unterstützt durch den zweifellos obersten Schiefer-Sachverständigen Deutschlands, wenn nicht sogar Europas,  - deshalb wird er in der Fachwelt wohlwollend auch als der Schiefer-Papst

bezeichnet,  machten wir uns an das große, einzigartige Werk.

Ihnen Herr Wierschem, und Ihnen Herr Friderichs, gilt deshalb auch unser erster Dank und unsere besondere Anerkennung.

-2-

Angeregt durch den damaligen Leiter der Bauabteilung beim Bistum Trier, Herrn Kurt Scheuer, er ist heute auch unter uns,(mit Freunden aus Luxemburg) wurden wir und die bischöfliche Denkmalpflege animiert, doch einmal durch Restaurator Lawen aus Briedel genaue Untersuchungen durchzuführen, was die ursprüngliche Farbgebung betrifft.

Und das Ergebnis war nicht nur für uns eine Überraschung,   -sondern auch für die gesamte Fachwelt, die damals und heute sogar von einer Sensation ausgeht. Der Rundfunk und das Fernsehen haben in Reportagen von Europas  jetzt reichstverzierten gotischen Schieferturmhelm berichtet.

Nicht nur eine Farbigkeit,  -nein auch tatsächlich fünfhundert Jahre alter Original-Schiefer wurden am Turm nachgewiesen,  den die Pfarrei Dank der Herren Friderichs und Willi Himmen auf Holztäfelchen zur Finanzierung der Baumaßnahme verkaufen konnten. Manche Schiefer waren sogar mit Namen und Schriften versehen. Die älteste Schiefer entdeckte dann auch unser Kollege im Pfarrgemeinderat,  der schon vorher in unseren internen Fachkreisen als der  „CANIS  INVESTIGATOR“  - sprich Spürhund bezeichnet wird. Nicht am Kirchturm selbst, sondern in der Turmstube unterhalb der Glocken entdeckte dieser Bernhard Himmen doch tatsächlich eine Schiefer mit gotischer Aufschrift: Anno Domini 1521.

Eine ANDERE TAFEL zeigt in gotischer Schrift Petrus-COCHEMENSIS  und weitere Eintragungen auf Schiefertafeln stammen aus den letzten 200 Jahren. So wurden über 250 von Wolfgang Wolpert auch erfasst, nummeriert und teilweise wurden sie dann auch an Angehörige der Schreiber gegen eine Spende für den Kirchturm verkauf.

Es sind die Erlebisse in und um das Bauwerk, die uns im Verwaltungsrat immer mehr zum Erstaunen brachten.

Und so betrachtete unsere Pfarrgemeinde dieses Bauwerk nicht als eine lästige Reparatur, sondern wir kamen uns oft so vor, als seien wir die Erbauer selbst. Tragende Balken an dem sonst gut erhaltenen Eichenbalken-Wald(!) mussten von einer wirklich genial arbeitenden  Fachfirma erneuert werden. Steingesimse und Fensterbänke  von

-3

Steinmetzen wurden  gekonnt renoviert . Ja sogar die  500 Jahre alten Steinungeheuer an den vier Ecken bedurften einer Erneuerung durch eine Künstlerwerkstatt, ebenso die vielen kunstvollen Bleiarbeiten, - vom Rhein an die Mosel geliefert-  die mit einer speziellen Farbe behandelt und gestrichen werden mussten.

Die Schieferarbeiten waren natürlich der Höhepunkt an diesem Bauwerk und so erlauben Sie mir dass ich den Altmeister der Dachdeckerfirma, Herrn Ewald Reichert hier stellvertretend für alle Bauleute besonders nenne, denn er hat über Wochen täglich bis zu acht Stunden am Turm verbracht um gerade die schwierigen Kehlen zu decken. Und alles mit annähernd  75  Jahren.

 

Aber es waren auch Kleinigkeiten ganz wichtig!! Wie erreichen wir es z.B., dass die zwischenzeitlich selbst umgesiedelten  Falken wieder den Turm bewachen-,  kamen sie doch, - und das war interessant, immer am Wochenende um bei Arbeitsruhe den Turm zu inspizieren. Deshalb haben  wir bewusst, die nach Osten zeigenden sogenannten Gerüstlöcher eben nicht mit Blei ausgelegt, um diesen Greifvögeln einen unkomplizierten Einflug ins Innere zu erlauben.

 

Zum Erstaunen und dankbarem Respekt brachten uns aber auch unsere Bürger, die Vereine und kirchlichen Organisationen selbst wie die Frauengemeinschaft und der Pfarrgemeinderat, der Gesangverein die in beispielhaften Aktionen so eifrig waren, dass wir am heutigen Tag berichten können, das alle bisher durchgeführten Baumaßnahmen bezahlt sind. Annähernd 160.000 Tausend D-Mark, -und ich nenne in diesen Zusammenhängen noch gerne die alte Währung, sind durch private Spenden und durch den Verkauf von Schiefer und von Bleikrabben eingegangen. Auch das Kochbuch der Frauengemeinschaft: RUND  UM  DEN  EDSCHARA  Kirchturm, sowie die heute zum Festakt erschiene Kunstkarten-Serie vom Turm tragen weiterhin für das künftige Vorhaben  St. Martin 2006 bei.

 

Dank auch den Bürgern, die durch aktiv an der Baustelle geholfen haben, die Holz und Balken für das Bauwerk stifteten oder die durch Fotoreportagen und Presseveröffentlichungen diese Bauzeit für später Generationen festgehalten haben.

Schiefer vom Turm, das Kochbuch und die Postkarten-Serie können Sie übrigens gleich auf der Hochstraße gerne erwerben.

 

Die Abschluss-Summe der Baumaßnahme beläuft sich auf fast 500.000 Euro, die durch großzügige Unterstützung durch das Bistum und die Landedenkmalpflege bewerkstelligt werden konnte. Durch einen Zugriff auf unser Vermögen können wir deshalb heute sagen:

Der Turm ist bezahlt.

 

In den nächsten Wochen stehen in einem weiteren Bauabschnitt noch die zwingend notwendige Trockenlegung der Sakristei, sowie ein neuer Basaltpflasterbelag über dem Kirchbogen an. Das Bruchsteinmauerwerk werden wir nach einer Wartezeit von einem Jahr endgültig angehen können, denn wir wollen die Entwicklung der

Feuchtigkeit im Felsen und ihre Abläufe in dieser Zwischenzeit genau beobachten und gemeinsam mit der Zivilgemeinde im Jahre 2004 den Kirchbogen der Stadtmauer im Rahmen der Dorferneuerung restaurieren.

 

Zuversichtlich sind wir auch, in den nächsten

Jahren eine Zuweisung der Zivilgemeinde für unser Bauwerk zu erhalten, denn bis 2006  und vermutlich noch darüber hinaus wollen wir die Kirche, -in uns möglichen Etappen renovieren und

und restaurieren. Dazu brauchen wir zwingend auch die Unterstützung der Zivilgemeinde und anderer kommunaler Träger, die ja  ein Entgegenkommen bei einem jetzt anstehenden Verkauf von Gemeinde-Ländereien auf den Höhen signalisiert haben.

Zu der Wirkung im religiösen Zusammenhang wirbt der Kirchturm aber auch als eine besondere Attraktion  und als ein Wahrzeichen unserer vom Kultur-Tourismus doch stark geprägten Zivilgemeinde.

 

Dank gilt allen Handwerkern, die dieses Werk in vortrefflicher Weise vollendet haben. Und -Gott sei Dank- ging auch alles ohne Verletzungen seinen Weg.

Dank auch allen Nachbarn, die über die Zeit der Renovierung so großes Verständnis für manchmal widrige Umstände hatten.

-5-

Eine besonderen Dank möchten wir hier stellvertretend der Familie Friderichs aussprechen, die uns nicht nur ihre Werkstatt- und Hofräumlichkeiten für Lagerzwecke und einen Bauhof zur Verfügung gestellt hat, sondern, die uns sogar in den Sommermonaten ihre Terrasse für Sitzungen der beteiligten Handwerker mit den verschiedensten Gremien zur Verfügung gestellt hat.

Deshalb ist Ihnen Frau Friderichs, liebe Hilde diese hier vor mir stehende originalgetreue Nachbildung eines Gauben-Spiegels vom Kirchturm gewidmet, für alle die Speisen und Getränke, die sie so oft unkompliziert überraschend,  und doch  so willkommen aufgetragen haben.

Auch dem Architekten und BAULEITER JÜRGEN Holl danken wir für seine umsichtige Bauleitung.

In dankbarer Erinnerung bleibt uns auch unser verstorbener Pfarrer Manfred Veit, der die Bauarbeiten mit begleitete und ja auch ihre Vollendung noch mit erlebte.

 

Wenn Ediger mit dem Turm jetzt auch einen ästhetischen  baulichen Höhepunkt besitzt, so können und dürfen wir seine religiöse Deutung nicht unterschätzen. Denn –so schrieb uns ein anderer Edigerer Pfarrer in die Chronik, „zum Verstehen von christlich geprägten Zeugnissen aus der Vergangenheit gehört ein lebendiger Glaube im Betrachtenden selbst. Ohne solchen Glauben bleiben die Zeugen der Vergangenheit stumm, sie werden zu einer Antiquität oder Rarität, sie verlieren den größten Teil Ihrer Aussagekraft,....... Zitat Ende!

Diese Aussagekraft wird Ihnen Wolfgang Wolpert in seiner Festansprache gleich näher bringen.

 

Hören wir aber zuerst den Männergesangverein Ediger mit einer Litanei aus der Ostkirche. (Norbert Krötz)

 

Vorsitzende des Pfarrgemeinderates
Sonja Apel
stellvertr. Vorsitzenden im Pfarrverwaltungsrat
Norbert Krötz

Festvortrag von
 Wolfgang Wolpert

Pater Justin

zurück